Sophienhöhe, Runde von Wanderparkplatz Höller Mühle
Die Sophienhöhe gehört zu den markantesten Landschaften im Rheinischen Revier. Was heute wie ein bewaldeter Höhenzug wirkt, ist tatsächlich das Ergebnis jahrzehntelanger Rekultivierung. Aufgeschütteter Abraum aus dem Tagebau wurde hier modelliert, bepflanzt und Schritt für Schritt in eine neue Landschaft verwandelt.
Diese Rundwanderung startet am Wanderparkplatz Höller Mühle und führt über steile Forsttreppen hinauf auf die Höhe. Unterwegs warten ein markanter Aussichtspunkt, ein ruhiger See und immer wieder der Blick auf die gigantische Technik des Tagebaus. An diesem Tag lag Saharastaub in der Luft. Der Himmel wirkte milchig, das Sonnenlicht war gedämpft und die Landschaft bekam eine warme, leicht gelbliche Färbung – eine besondere Atmosphäre für eine Tour auf der Sophienhöhe.
Start am Wanderparkplatz Höller Mühle
Der Ausgangspunkt der Tour ist der Wanderparkplatz Höller Mühle am Rand der Sophienhöhe. Schon hier wird deutlich, dass diese Landschaft noch vergleichsweise jung ist. Viele der Bäume gehören zu den ersten Aufforstungen der Rekultivierung und prägen heute den Charakter der Wälder.
Direkt vom Parkplatz beginnt der Weg in Richtung Hang der Sophienhöhe. Nach wenigen Metern steht man bereits vor dem ersten markanten Abschnitt der Wanderung.
Direkter Aufstieg über alte Forsttreppen
Unmittelbar nach dem Start beginnen die alten Forsttreppen, die direkt vom Wanderparkplatz den Hang hinaufführen. Die Stufen verlaufen steil durch den Wald und bringen in kurzer Zeit die ersten Höhenmeter der Tour zusammen.
Dieser direkte Aufstieg ist die kürzeste Variante, um auf die Höhe zu gelangen. Alternativ lässt sich der Treppenanstieg umgehen: Ein serpentinenartig angelegter Weg führt ebenfalls nach oben, allerdings deutlich länger und mit sanfterer Steigung. Dadurch verlängert sich die Wanderung etwas, der Anstieg fällt jedoch deutlich gleichmäßiger aus.
Wer den direkten Weg wählt, gewinnt schnell an Höhe. Zwischen den Baumstämmen öffnen sich bereits erste kleine Ausblicke über die Ebene in Richtung Titz und Elsdorf.
Elsdorfer Blick und die Technik des Tagebaus
Nach dem Anstieg erreicht man bald den Aussichtspunkt Elsdorfer Blick. Hier öffnet sich die Landschaft und gibt den Blick über das Rheinische Revier frei. Felder, Wälder und Ortschaften liegen weit unterhalb der Sophienhöhe.
Im Hintergrund fällt besonders eine gewaltige Maschine ins Auge: ein Tagebau-Absetzer, der auf dem Höhenzug arbeitet. Über lange Förderbänder transportiert die Anlage Material und lagert es auf der Sophienhöhe ab. So wächst der künstliche Höhenzug weiterhin Stück für Stück weiter.
Die Dimension dieser Technik wird besonders deutlich, wenn man die Bewegung der Maschine am Horizont beobachtet – langsam, aber unaufhörlich arbeitet sie sich über die Landschaft.
Gute Grundkondition erforderlich.Überwiegend gut begehbare Wege. Trittsicherheit erforderlich. Entspricht etwa SAC 2-3.
Durch die junge Rekultivierungslandschaft
Hinter dem Aussichtspunkt führt der Weg weiter durch junge Wälder der Sophienhöhe. Die Strecke verläuft über kurze Anstiege und sanfte Geländewellen; lange Höhenzüge werden dabei nicht begangen. Breite Forstwege wechseln sich mit kleineren Waldabschnitten und offenen Bereichen ab.
Viele der Bäume sind noch vergleichsweise jung, doch die Vegetation wirkt bereits erstaunlich dicht. Zwischen den Baumreihen taucht immer wieder der Blick auf den arbeitenden Absetzer auf, der auf dem Höhenzug weiterhin Material aufschüttet.
Rast am Licher See
Mitten auf der Sophienhöhe erreicht man schließlich den ruhig gelegenen Licher See. Der kleine See liegt eingebettet zwischen Wiesen und jungen Bäumen und bildet einen überraschend ruhigen Ort in dieser künstlich geschaffenen Landschaft.
Schilf wächst am Ufer und die Wasseroberfläche spiegelt die umliegenden Baumreihen. Einige Sitzmöglichkeiten laden zu einer Pause ein, sodass sich dieser Ort ideal für eine kurze Rast eignet, bevor der Rückweg beginnt.
Rückweg durch ruhige Waldwege
Der Rückweg führt über breite Waldwege wieder langsam bergab. Immer wieder unterbrochen von kleiner, steileren Abzeigen hinunter zur nächsten Ebene. Die Route schlängelt sich durch rekultivierte Wälder, die inzwischen erstaunlich dicht gewachsen sind. Die Atmosphäre wirkt ruhig und abgeschieden, nur gelegentlich hört man Vogelstimmen oder das Rascheln der Blätter im Wind.
Schritt für Schritt verliert der Weg wieder an Höhe, bis sich schließlich die Umgebung des Startpunkts ankündigt.
Tour im Überblick
Start / Ziel: Wanderparkplatz Höller Mühle
Strecke: ca. 7,9 km
Höhenmeter: ca. 116 m
Dauer: etwa 2 – 2,5 Stunden
Schwierigkeit: leicht bis moderat
Wegbeschaffenheit: Forstwege, Waldwege, Treppenanstieg
Markante Punkte: direkter Treppenaufstieg vom Parkplatz; Aussichtspunkt Elsdorfer Blick; Blick auf den Tagebau-Absetzer; Rastplatz am Licher See und junge Wälder der Rekultivierung
Fazit
Diese Rundwanderung über die seitlichen Ausläufer der Sophienhöhe verbindet Naturerlebnis mit einem eindrucksvollen Blick auf den Landschaftswandel im Rheinischen Revier. Der direkte Treppenanstieg gleich am Start sorgt für einen sportlichen Einstieg, während Aussichtspunkte und ruhige Waldpassagen für Abwechslung sorgen.
Mit dem Elsdorfer Blick und dem Licher See bietet die Strecke zwei markante Stationen, die die Tour besonders abwechslungsreich machen. Gleichzeitig bleibt der Blick auf den arbeitenden Absetzer im Hintergrund ein ständiger Hinweis darauf, dass diese Landschaft noch immer im Wandel ist.
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