Über die Himmelstreppe durch die Goldene Aue auf den Römerturm

Veröffentlicht am 25. Januar 2026 um 17:50

🇩🇪 Sophienhöhe, Runde von Parkplatz Höller Mühle

 


Einleitung – Wandern in einer besonderen Landschaft

Die Sophienhöhe ist keine gewöhnliche Mittelgebirgslandschaft, sondern ein eindrucksvolles Beispiel für die gelungene Rekultivierung einer ehemaligen Tagebaufläche. Auf der höchsten Erhebung des Rheinischen Braunkohlereviers ist über Jahrzehnte eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft entstanden, die heute Wälder, Offenflächen, Aussichtspunkte und Rückzugsräume für Tiere vereint.

Die hier beschriebene Rundwanderung verbindet einige der markantesten Orte der Sophienhöhe zu einer abwechslungsreichen Tagestour mit stetigem Wechsel aus Auf- und Abstiegen, offenen Landschaften und ruhigen Waldpassagen.

Startpunkt Parkplatz Höller Mühle – Der Beginn der Runde

Ausgangspunkt der Wanderung ist der Parkplatz Höller Mühle am Rand der Sophienhöhe. Bereits hier wird deutlich, dass man sich am Übergang zwischen Kulturlandschaft und bewaldeter Höhe befindet. Die Umgebung wirkt ruhig, leicht abgeschieden, und eignet sich gut als Startpunkt für eine längere Rundtour.

Nach wenigen Metern verlässt man die unmittelbare Nähe des Parkplatzes und taucht in die bewaldeten Bereiche der Sophienhöhe ein. Der Weg steigt bald spürbar an und leitet direkt in den ersten, körperlich fordernden Abschnitt der Tour über.

Der Aufstieg über die alte Himmelstreppe – Steil, ursprünglich, unscheinbar

Der Aufstieg erfolgt über die alte Himmelstreppe – einen aus den Anfangsjahren der Rekultivierung stammenden, heute nur noch schwach ausgeprägten Wegverlauf. Anders als moderne, klar ausgebaute Wege wirkt dieser Abschnitt eher ursprünglich und stellenweise unscheinbar. Der Pfad ist schmal, teils überwachsen und nicht immer sofort als klassischer Wanderweg zu erkennen.

Gerade dieser Charakter verleiht dem Aufstieg jedoch einen besonderen Reiz. Schritt für Schritt gewinnt man an Höhe, während der Wald dichter wird und der Blick zunehmend auf den Weg vor den Füßen fokussiert bleibt. Der Anstieg ist gleichmäßig steil, aber nicht technisch schwierig. Trittsicherheit und eine gewisse Grundkondition sind jedoch von Vorteil.

Mit zunehmender Höhe öffnet sich der Wald allmählich, und der Weg wird flacher – ein erstes Zeichen dafür, dass der Hauptanstieg überwunden ist.

Arboretum Lausitzer Wäldchen – Rekultivierung zum Anfassen

Nach dem Aufstieg erreicht man den Bereich des Lausitzer Wäldchens, ein Arboretum, das exemplarisch für die Rekultivierungsarbeit auf der Sophienhöhe steht. Unterschiedliche Baumarten, bewusst gesetzte Pflanzungen und natürlich gewachsene Waldstrukturen gehen hier fließend ineinander über.

Dieser Abschnitt lädt dazu ein, das Tempo zu drosseln. Informationstafeln und die Vielfalt der Vegetation machen deutlich, wie gezielt hier ökologische Entwicklung gefördert wurde. Der Weg verläuft angenehm eben und bietet eine willkommene Erholung nach dem vorherigen Anstieg.

Der Lebensbaumkreis – Ein Ort der Ruhe und Symbolik

Unweit des Arboretums liegt der Lebensbaumkreis, eine bewusst gestaltete Anlage mit symbolischem Charakter. In kreisförmiger Anordnung stehen Bäume, die für Wachstum, Verbindung und den Kreislauf des Lebens stehen.

Der Ort wirkt ruhig und zurückgezogen. Er eignet sich hervorragend für eine kurze Rast oder einen stillen Moment, bevor die Tour in offenere Landschaftsbereiche übergeht. Der Wechsel von dichterem Wald zu gestalteter Freifläche ist hier besonders harmonisch gelungen.

Leichte bis mittelschwere Wanderung. Gute Grundkondition erforderlich. Leicht begehbare Wege. Kein besonderes Können erforderlich. Der Startpunkt der Tour liegt direkt an einem Parkplatz.

Durch die Goldene Aue – Weite Landschaft und Wildpferde

Nach dem Lebensbaumkreis öffnet sich die Landschaft deutlich: Die Goldene Aue breitet sich als weitläufige Offenfläche aus. Sanfte Hügel, Grasland und vereinzelte Gehölze prägen diesen Abschnitt. Die Sicht reicht weit, und bei gutem Wetter entsteht ein fast parkähnlicher Eindruck.

Besonders prägend ist die Anwesenheit von Wildpferden, die hier zur Landschaftspflege eingesetzt werden. Sie tragen dazu bei, die Fläche offen zu halten und die ökologische Vielfalt zu fördern. Mit etwas Glück lassen sich die Tiere aus respektvollem Abstand beobachten.

Dieser Abschnitt vermittelt ein starkes Gefühl von Weite und Freiheit und bildet einen landschaftlichen Kontrast zu den zuvor durchwanderten Waldgebieten.

Steinkompass – Orientierungspunkt auf der Höhe

Am Rand der Goldenen Aue steigt der Weg erneut an und führt zum Steinkompass. Diese markante Anlage dient als symbolischer Orientierungspunkt und verweist auf die Bedeutung von Himmelsrichtungen und Landschaftsräumen.

Von hier aus verzweigen sich mehrere Wege, und der Blick schweift erneut über die Hochfläche der Sophienhöhe. Der Steinkompass markiert zugleich den Übergang zum höchsten Abschnitt der Wanderung.

Der Römerturm – Höchster Punkt der Sophienhöhe

Nur wenige Gehminuten vom Steinkompass entfernt erhebt sich der Römerturm, der höchste Punkt der Sophienhöhe. Der Aussichtsturm bietet bei klarer Sicht ein beeindruckendes Panorama über das Umland. Die Weite des Blicks macht deutlich, wie sehr sich die Sophienhöhe über ihre Umgebung erhebt.

Der Turm ist ein idealer Ort für eine längere Pause. Sitzgelegenheiten und die exponierte Lage laden dazu ein, die Landschaft auf sich wirken zu lassen. Der Aufstieg hierher wird mit einem der eindrucksvollsten Aussichtspunkte der gesamten Region belohnt.

Abstieg in Richtung Eisvogelsee – Rückzug in ruhige Natur

Vom Römerturm aus beginnt der Abstieg. Der Weg führt allmählich wieder in ruhigere, abgeschiedenere Bereiche. Bäume und Sträucher nehmen zu, die Geräusche werden gedämpfter.

Der Eisvogelsee liegt eingebettet in diese ruhige Landschaft. Die Wasserfläche ist von Vegetation umgeben und bietet einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Vogelarten. Der See wirkt still und naturbelassen – ein starker Kontrast zur Weite der Goldenen Aue und zur Offenheit des Römerturms.

Dieser Abschnitt eignet sich gut für eine zweite, kürzere Rast, bevor der letzte Teil der Wanderung beginnt.

Rückweg über einen Teil der Himmelstreppe zum Ausgangspunkt

Nach dem Eisvogelsee führt der Weg zurück in Richtung Höller Mühle. Dabei wird erneut ein Abschnitt der alten Himmelstreppe genutzt, diesmal bergab. Der Abstieg ist moderat, erfordert jedoch Aufmerksamkeit, da der Weg stellenweise schmal und unregelmäßig ist.

Mit jedem Schritt nähert man sich wieder dem Ausgangspunkt, und die Runde schließt sich. Die Geräusche des Waldes und die vertrauter werdende Umgebung signalisieren das Ende der Tour.

Tour im Überblick

Start / Ziel: Parkplatz Höller Mühle

Typ: Rundwanderung

Länge: ca. 12,7 km

Dauer: etwa 3 bis 4 Stunden (ohne längere Pausen)

Höhenprofil: mehrere An- und Abstiege, höchster Punkt am Römerturm

Schwierigkeit: leicht bis mittel

Highlights: Alte Himmelstreppe, Arboretum Lausitzer Wäldchen, Lebensbaumkreis, Goldene Aue mit Wildpferden, Steinkompass, Römerturm und Eisvogelsee

Fazit – Eine vielseitige Rundwanderung mit Charakter

Diese Rundwanderung auf der Sophienhöhe überzeugt durch ihre große landschaftliche Vielfalt. Steile, ursprüngliche Pfade wechseln sich mit weiten Offenflächen, gestalteten Anlagen und ruhigen Naturzonen ab. Besonders gelungen ist die Abfolge der Höhepunkte: vom fordernden Aufstieg über symbolische Orte und weite Auen bis hin zum Aussichtspunkt am Römerturm und dem stillen Eisvogelsee.

Die Tour ist technisch einfach, verlangt jedoch aufgrund der Länge und der Höhenunterschiede eine gewisse Grundkondition. Wer sich Zeit nimmt, erlebt eine Landschaft, die eindrucksvoll zeigt, wie sich Natur, Nutzung und Erholung miteinander verbinden lassen.

Part of exploring for a future combined-trail (c) by ja.ona - outdoor 'n adventure 

INFO: Neue Landschaft. Große Perspektiven. Die geplante mehrtägige Wanderung führt in mehreren Etappen um den Tagebau Hambach und entlang des Tagebaurands, dabei verläuft der Trail im Verlauf über die Sophienhöhe. Der Weg quert den künstlich aufgeschütteten Höhenzug und bietet eindrucksvolle Ausblicke in den Tagebau sowie auf die rekultivierte Landschaft. Wechselnde Passagen durch Wälder, Heideflächen und offene Höhen prägen die Route. Jede Etappe zeigt einen anderen Charakter des Tagebaus und der Sophienhöhe und verbindet Naturerlebnis, Industriekultur, Weite und den sichtbaren Wandel einer Landschaft im Umbruch. 

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