Im Schatten des großen Bruders, aber nicht weniger faszinierend

Veröffentlicht am 24. Januar 2026 um 09:30

Kleine Spitzkoppe (1576 m), Erongo-Region

 


Kleine Spitzkoppe – Charakter, Lage und Zugang

Die Kleine Spitzkoppe liegt in Zentralnamibia in unmittelbarer Nähe der bekannten Großen Spitzkoppe, ist jedoch deutlich weniger frequentiert. Beide Berge sind sogenannte Inselberge (Inselbergs), isolierte Granitmassive, die sich aus einer flachen Wüstenlandschaft erheben und geologische Relikte vulkanischer Aktivität aus mehreren Millionen Jahren darstellen. Während die Große Spitzkoppe regelmäßig als technisches Kletterziel genutzt wird, ist die Kleine Spitzkoppe grundsätzlich ohne spezielle Kletterausrüstung erreichbar, erfordert jedoch Erfahrung im weglosen Gelände und im anspruchsvollen Scrambling.

Der Berg liegt abseits der Hauptschotterstraße und ist nicht touristisch erschlossen. Verlässliche Informationen zu Routen oder Zustiegen sind vor Ort kaum vorhanden. Teile des umliegenden Geländes befinden sich in Privatbesitz, Begegnungen mit lokalen Landbesitzern oder Edelsteinsammlern sind möglich. Eine Anreise erfolgt üblicherweise von Swakopmund, das als regionales Versorgungszentrum dient. Direkt an der Kleinen Spitzkoppe gibt es keine Infrastruktur, Einrichtungen oder ausgewiesene Campingplätze; das Campieren erfolgt eigenverantwortlich.

Routenverlauf, Gelände und Gipfelbereich

Der beschriebene Zustieg beginnt an der Südseite der Kleinen Spitzkoppe. Dieser Anstieg ist steil und führt nicht direkt zum Gipfel, der sich am nördlichen Ende des Grates befindet. Daraus ergibt sich eine lange, zeitintensive Gratüberschreitung mit mehreren Gegenanstiegen. Alternative Zustiege über die Ost- oder Nordseite sind denkbar, jedoch nicht dokumentiert.

Das Gelände besteht aus großen Granitblöcken, steilen Felsplatten, kurzen Felsstufen und schmalen Rinnen, durchsetzt von Sträuchern und Büschen. Fortlaufende Routenfindung ist erforderlich. Im mittleren Abschnitt befindet sich ein markanter Felsbogen, der je nach Linienwahl über- oder umgangen wird. Mehrere Passagen sind ausgesetzt und technisch anspruchsvoll.

Ein ausgeprägter Vorgipfel, der nur etwa acht Meter unterhalb des Hauptgipfels liegt, wird zuerst erreicht. Von dort führt die Route mit deutlichem Höhenverlust in eine Scharte, bevor der eigentliche Gipfelaufbau beginnt. Der Bereich zwischen Vorgipfel und Hauptgipfel ist komplex, steil und unübersichtlich. Der finale Anstieg verläuft über zunehmend steilere Granitplatten, Blockgelände und schmale Gratabschnitte. Reibungskletterei und exponiertes Scrambling sind erforderlich. Der Gipfel selbst ist relativ großflächig und durch eine Eisenstange markiert.

Abstieg, Umgebung und Anforderungen

Der Abstieg erfolgt zunächst entlang der Aufstiegsroute zurück zur Scharte. Aufgrund der Steilheit und Exposition erfordert dieser Abschnitt erhöhte Aufmerksamkeit. Anschließend ist ein direkter Abstieg in östlicher Richtung möglich, der weniger komplex ist als der Gratverlauf und in blockiges, später sandiges Gelände führt. Von dort gelangt man auf ebenem Terrain zurück zum Fuß des Berges.

Durch die isolierte Lage bietet der Gipfel eine weite Rundumsicht über die umliegende Wüstenlandschaft, mit besonders markantem Blick auf die Große Spitzkoppe. In der Umgebung sind lokale Edelsteinsammler anzutreffen, die unter anderem Topas, Turmalin und Amethyst finden.

Der beschriebene Aufstieg ist keine Wanderung, sondern eine anspruchsvolle Scrambling-Route. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, Erfahrung in wegloser Routenfindung sowie gutes Orientierungsvermögen sind zwingend erforderlich. Mehrere Passagen sind steil und exponiert; ein Sturz hätte schwerwiegende oder tödliche Folgen. Der Einsatz eines Seils kann je nach Erfahrung und Sicherheitsbedürfnis sinnvoll sein.

Campingplätze, Unterkünfte sowie gastronomische Angebote befinden sich im Bereich der Großen Spitzkoppe und stellen die nächstgelegene Infrastruktur dar.

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