Grazile Schönheit und lautlose Riesen - Zu Fuß auf Tierbeobachtung

Veröffentlicht am 3. Januar 2026 um 09:14

Rooibos Hiking Trail, Daan Viljoen Game Park, Windhoek, Khomas-Region

 


Einführung: Naturidylle vor den Toren Windhoeks

Nur wenige Kilometer westlich von Windhoek liegt der Daan-Viljoen-Game-Park – ein verhältnismäßig kleines, aber äußerst reizvolles Schutzgebiet im Khomas Hochland. Sanft geschwungene Hügel, goldene Savannen, dunkle Granitblöcke und der permanente Kontrast aus Weite und Nähe machen die Wanderung hier zu einem besonderen Erlebnis. Die beiden Varianten des beliebten Rooibos Trails (9 km und ca. 15 km verlängert) verbinden landschaftliche Vielfalt mit spannenden Wildbeobachtungen.

Der Rooibos Trail – 9 km durch Savanne und Hügel, Startpunkt und erste Eindrücke

Der offizielle Rooibos Trail beginnt in der Nähe des Parks-Camps und führt schnell hinaus in die sanft kupierte Savannenlandschaft. Typisch für die Khomas-Region wechseln sich weite Grasflächen mit dichten Buschfeldern und gelegentlichen Trockenflussläufen ab. Schon zu Beginn lohnt es sich, Ausschau zu halten – der Park ist besonders reich an scheuen, mittelgroßen Antilopenarten.

Wildtiere entlang der Hauptroute

Auf dem 9-km-Rundweg sind Sichtungen regelmäßig, aber nie garantiert – und damit umso wertvoller. Besonders häufig trifft man auf:

Kudu – majestätisch, ruhig und mit oft perfekter Tarnung im Buschwerk

Oryx – unverkennbar mit langen, geraden Hörnern und markanter Kopfzeichnung

Wasserbock – meist in der Nähe der Trockenflüsse oder am Staudamm

Giraffen – nicht immer präsent, aber mit Glück am Rand der Akazienhaine

Gnus und Zebras – oft in kleineren Gruppen, manchmal mit Jungtieren

Paviane und Klippschliefer – gesellig und mit viel Aktivität

Vogelwelt – über 200 Arten, darunter Perlhühner, Hornraben, Raubvögel und bunte Weber

Besonders reizvoll ist es, Tiere im frühen Morgenlicht zu beobachten, wenn die Savanne noch kühl ist und die Silhouetten klar hervortreten.

Landschaftliche Höhepunkte

Der Rooibos Trail führt an markanten Felsformationen vorbei, steigt gelegentlich zu Aussichtspunkten an und bietet immer wieder weite Blicke über die Khomas-Hügellandschaft. Die Route ist gut markiert, aber stellenweise steinig – feste Wanderschuhe sind ausgesprochen sinnvoll. Gegen Ende gelangt man häufig über schmalere Pfade zurück Richtung Camp, wo sich Szenen mit Paviantrupps oder Klippschliefern auf den Felsen bieten können.

Die verlängerte Route, mehr Höhenmeter, mehr Weite, mehr Wildnis

Wer das Gebiet noch intensiver erleben möchte, kann den Rooibos Trail durch zusätzliche Schleifen erweitern. Diese verlängerte Variante führt weiter in die westlichen Hügel und tiefer in abgelegene Täler, in denen der Park seine ruhigste und ursprünglichste Seite zeigt.

Wildbeobachtungen abseits der Hauptpfade

Die größere Distanz erhöht die Chance auf besonders scheue Arten wie:

Springbock und Klippspringer, oft an steilen Granitkanten

Große Kudubullen, die in einsamen Tälern äsen

Seltene Raubvögel, die im Aufwind über den Hügelkämmen kreisen

Im dichten Busch findet man zudem Spuren von Warzenschweinen: frische Wühlstellen, Trampelpfade und gelegentlich kurze Begegnungen, wenn sie im Galopp davonstieben.

Ein Hauch von Abenteuer

Der längere Rundweg erfordert mehr Kondition und ausreichend Wasser, belohnt aber mit einer tieferen Naturerfahrung. Die Einsamkeit zwischen den weiten Hängen, das stetige Spiel aus Licht und Schatten und die gelegentlichen Tierbegegnungen verleihen der Strecke etwas Ursprüngliches – fast so, als hätte die Savanne kurz zuvor noch kein Mensch betreten.

Tierwelt des Daan-Viljoen-Parks, kompakt erklärt

Antilopen – Meister der Tarnung

Viele Arten sind perfekt an das trockene Buschland angepasst. Ihre Färbung lässt sie beinahe mit den Savannengräsern verschmelzen. Oryx etwa sind extreme Hitzespezialisten, die mit minimalem Wasser auskommen.

Raubtiere – selten, aber präsent

Daan Viljoen ist kein klassischer „Big-Cat-Park“, Löwen oder Leoparden leben hier nicht dauerhaft. Dennoch zeigen sich gelegentlich Schakale oder kleinere Raubtiere wie Ginsterkatzen. Das macht die Wanderungen besonders sicher, aber ohne den Reiz kleiner Raubtier-Begegnungen zu verlieren.

Vögel – ein Paradies für Birdwatcher

Die Vielfalt reicht von Greifvögeln über bunte Singvögel bis zu Kolonien von Webervögeln, die ihre kunstvollen Nester an Akazien hängen.

Historischer Überblick – Von traditionellen Weideflächen zum Naherholungsgebiet

Das Gebiet, das heute der Daan-Viljoen-Game-Park ist, war über Jahrhunderte Weideland verschiedener Nama- und Damara-Gruppen. Später nutzten europäische Siedler das Areal als Viehweide. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde erkannt, wie wertvoll die hügelige Savannenlandschaft als Rückzugsgebiet für Wildtiere nahe der Hauptstadt ist.
Der Park wurde benannt nach Daan Viljoen, einem früheren Minister für Naturschutz im südwestafrikanischen Mandatsgebiet. Seither dient das Gebiet sowohl dem Erhalt typischer Savannenökosysteme als auch der Naherholung für Windhoeker und Reisende.

Der 4x4-Trail, Offroad für echte Geländewagen

Neben Wanderwegen bietet der Park einen kurzen, aber teils anspruchsvollen 4x4-Track, der nur mit echten Geländewagen befahrbar ist. Steile Anstiege, felsige Passagen und tiefe Sandabschnitte machen die Strecke interessant – aber nicht geeignet für normale SUV-Modelle. Wer den Park aus einer anderen Perspektive erleben möchte, findet hier eine passende Alternative zur Wanderung.

Fazit: Ein kompaktes Wildniserlebnis mit großer Vielfalt

Die Wanderung im Daan-Viljoen-Game-Park – ob auf der 9-km-Standardroute oder der 15-km-Erweiterung – bietet eine überraschend abwechslungsreiche Mischung aus Savannenlandschaft, weiten Ausblicken und reicher Tierwelt. Nur wenige Orte in Namibia erlauben so unmittelbar vor einer Großstadt ein so intensives Naturerlebnis.

Rooibos Hiking Trail im Daan Viljoen Game Park by

Daniel Smith, Let's go Hiking: Namibia,

+264 81 217 5747

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